Selbſtmordes, dem gerade darum ſo viele edle Menſchen in die bluttriefenden Arme ſinken.
Wie oft hatte David in dieſen acht Jahren laut zu dem Himmel um Bewußtloſigkeit aufge⸗ ſchrien; denn ſeines Unglücks größtes Unglück war ſeines Geiſtes unerſchütterte Denkkraft.
Wie ſehnſüchtig, wie todtesfreudig hatte er noch jüngſt an dem friſchen Grabe d es Arztes geweint, der doch ſein Tyrann geweſen, nur weil er ihn be⸗ neidet um den ſanften Schlummer im kühlen Erden⸗ ſchvoſe.
Er hatte den Verſtorbenen verachtet; aber er konnte doch mit ihm, dem einzigen Verſtändigen unter ſo vielen Irren ſprechen, ihm manchesmal ſein Herz ausſchütten. Und eine Freiheit, eine un⸗ ſchätzbare, hatte er doch David gewährt und dies war der zeitweilige Beſuch in dem ſtillen Thale, wenn auch von Argusaugen bewacht.
Waren doch jene Beſuche Davids einziger Troſt; denn hier lebte das Weſen, das er nach dem Kaiſer allein noch liebte, für das allein er den Jam⸗ mer ſeines Daſeins noch trug. War es doch nur die dort im Verborgenen blühende Wunderblume, die ihn in den bangen Stunden der Verſuchung vom Selbſtmorde abgehalten.
Alles dies ſtand nun mit dem Wechſel des Arztes auf dem Spiel, hing von dem Charakter


