4 nachbarte Florenz ſtets um ſo ſorgfältiger vermied, als ihm ja Skotus einſt vorausgeſagt: er werde
unter Blumen ſterben.
Welch räthſelhafte Erſcheinung bleibt doch im⸗
mer der Menſch in ſeinem Seelenleben! Der größte
Geiſt ſeines Jahrhunderts, der in politiſchen und
religiöſen Dingen ſo klar ſah und ſo frei dachte;
der wiſſenſchaftlich durchbildet, kräftig gegen den unſinnigen Wunderglauben ſeiner Tage zu Felde zog; der die Natur ſo ſorgfältig belauſchte und ſelbſt bemüht war ihre ewigen Geſetze zu enthül⸗ len: dieſer große, hellſehende Geiſt wagt es nicht, den Einfluß der himmliſchen Geſtirne auf das Er⸗
— denleben der armen Sterblichen zu leugnen, und
hängt mit feſtem Glauben an den myſteriöſen Aus⸗
ſprüchen ſeines Aſtrologen.
Doch kehren wir zu unſerer Erzählung zurück und werfen einen Blick auf einen armen Menſchen, welcher, als wahnſinnig geltend, ſeit Jahren auf der unweit Piſa gelegenen Feſtung Verrucolo wohnt.
Es iſt David Federbuſch, einſt des Kaiſers luſtiger Rath. 4
Er iſt kaum mehr zu erkennen. Bleich und ſchmal tritt ſeine Misgeſtaltung nur noch ſchärfer hervor.
Aber ſeine Züge ſind nicht entſtellt; ſie ragen nicht jenen graſſen, wirren Ausdruck des Wahn⸗


