Teil eines Werkes 
3. Theil (1845)
Entstehung
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ſinns; verrathen nicht die Apathie und Stumpfheit eines Geiſtes, dem ſich der Tag der Vernunft in die traurige Nacht geiſtiger Bewußtloſigkeit ver⸗ wandelt hat.

Seine milden Züge zeugen von einem namen⸗ loſen Seelenſchmerz, aber ihr Ausdruck iſt der der Reſignation; ſeine Augen blicken matt aber ruhig; ſein ganzes Weſen iſt ſtill, niedergebeugt, in ſich abgeſchloſſen.

David ſaß auf der ſteinernen Bank einer Terraſſe, welche das äußerſte Vorwerk der Feſtung bildete, und ſchaute gedankenvoll in die wundervolle Gegend, die ſich vor ihm ausdehnte.

Von den faſt ſenkrechten, hochaufſtrebenden Felſenmaſſen, welche Verrucolo trugen, führte nur ein mit erſtaunenswürdiger Beharrlichkeit in die Felſen gehauener Fußweg in die Ebene.

Aber hier war es auch, als münde er in einen Feengarten.

Herrliche Felder türkiſchen Weizens wechſelten mit unabſehbaren Rebenpflanzungen; Kaſtanien⸗ wälder zogen ſich an den ſanften Hügeln hin und ſtreckten ihre ſchattigen Dome vft bis zu den grü⸗ nen Ufern des Arno, der ſich wie ein Silberband durch die Ebene zog.

Drangen⸗ und Citronenbäume, die indianiſche Feige und die ſtachlichte Aloe prangten in üppiger