Teil eines Werkes 
2. Theil (1845)
Entstehung
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unſeren jetzigen Herrn und Kaiſer aber o Entſetzen! es folgte noch ein zweites Kind. Fried⸗ rich war eine holde Blume; das zweite, alſo das ältere Kind und daher der geſetzliche Thronerbe aber war misgeſtaltet und häßlich. Der Kaiſer eilte auf dieſe Nachricht, die ihm von mir im Ge⸗ heimen überbracht wurde, von dem Schauplatz der blutigen Greuel herbei.

Ein finſterer Blick traf die Zwillinge.

Ich will nicht, daß ein Krüppel meinen Thron beſteige, rief er, noch daß ein Bruderſtreit meine ſchönen Reiche zerreiße.

Und das zweitgeborene, ſchwächliche Kind dem Arzte zuſchleudernd, ſetzte er hinzu: Es ſoll nicht geboren ſein!

Wir mußten ſodann, bei Verluſt unſeres Le⸗ bens, ſchwören, weder der Kaiſerin, die ſeit der Geburtsſtunde beſinnungslos dalag, noch irgend Jemanden je zu entdecken, was hier geſchehen und allgemein auszuſagen: Conſtanze ſei mit einem geſunden Knaben erfreut worden.

Fürſtliche Belohnungen wurden uns ſofort für unſere ſündhafte Bereitwilligkeit verabfolgt und dem Leibarzte angedeutet: er moͤge das unglückliche Geſchöpf aus der Welt ſchaffen.

Aber die Schweſter der Kaiſerin, empört über des Kaiſers Verfahren, rettete dem Kind das Le⸗