Die Erzählung des Mönches hatte David an⸗ geſprochen und da dieſe Art der Unterhaltung ihn zu gleicher Zeit vor deſſen Neugierde und Zudring⸗ lichkeit ſchützte, ſo willigte er ſehr gern in den Vor⸗ ſchlag des redſeligen und an Sagen reichen Bru⸗ ders, noch ein und die andre auf ſein Kloſter be⸗ zügliche Geſchichte vortragen zu dürfen.
Wirklich ſchwand ihnen der Weg auf dieſe
Weiſe unbemerkt und ehe noch die Nacht völlig ein⸗ gebrochen, hatten ſie Lorſch erreicht.
Der Abt geſtattete auch David ſofort, ſich zu dem Bruder Jordanus zu begeben, der ſeiner An⸗ kunft mit Sehnſucht entgegenharrte.
Der Greis, der Federbuſch unwillkürlich an
Thaſſilio erinnerte, lag oder ſaß vielmehr halb aufgerichtet, Rücken und Kopf gegen die Kiſſen gelehnt, in ſeinem ärmlichen Bette. Die dürren, welken Hände hielten einen Roſenkranz, während die matten, erlöſchenden Blicke an dem Crucifir hingen, das von der nackten Wand der düſteren Zelle auf den Sterbenden herabſchaute.
Ein Bruder kniete zu Füßen des Bettes und murmelte halblaut Gebete.
Jordanus aber erkannte ſogleich den Sn tenden und ſeine leuchtenden Blicke, das Aufflam⸗ men ſeiner Lebensgeiſter, die fieberhafte Röthe, die ſein bleiches Geſicht flüchtig übergoß, Alles dies


