Teil eines Werkes 
2. Theil (1845)
Entstehung
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jenen Tagen erbleicht, auch er hatte die Richtigkeit aller irdiſchen Größe erkannt.

Mit Wehmuth blickte er daher auf den Mann, der, einem alten Fürſtenhauſe entſproßt, einſt über der Baiern Volk geherrſcht, den aber ein unver⸗ ſöhnlicher Haß gegen ihn, ſeinen Kaiſer, zu wie⸗ derholten Empörungen angetrieben, bis er ſeinem mächtigen Arme erlegen. Des Landes verluſtig und zum Tode verurtheilt, hatte ihn Karl der Große damals begnadigt und ihm die Wahl eines Kloſters freigeſtellt, und hier nun fand er ihn nach langer Buße als einen heiligen Mann wieder.

Er war verſöhnt. Eine Thräne im Auge er⸗ griff er des Blinden Hand und ſprach:

Thaſſilio! wir ſtehen Beide am Rand des Grabes und unſer Hoffen iſt nach einem Jenſeits gerichtet, das nur Liebe kennt. Vergebt mir, wenn ich zu hart gegen Euch war.

Nicht ich, entgegnete gerührt der Greis, ſon⸗ dern Ihr habt zu vergeben, und daß Ihr dies whl erleichtert meine letzte Stunde.

Und verſöhnt reichten ſich die Herrſcher die Hände.

Aber dies Zuſammentreffen hatte den from⸗ men Greis zu tief erſchüttert. Als der Kaiſer den andern Morgen aufbrach und von Thaſſilio Abſchied nehmen wollte, fand er ihn ſanft entſchlummert.