Teil eines Werkes 
2. Theil (1845)
Entstehung
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nach. Der Greis aber kniete an den Stufen des Altars nieder und betete inbrünſtig und ſein Haupt umſtralte ein lichter Heiligenſchein.

Karl fühlte ſich ſonderbar berührt. Er wartete, bis ſich der fromme Mönch erhob, dann trat er zu ihm und ihm dünkte, als ſeien ihm dieſe Züge, auf welchen der Friede eines gottſeligen Lebens thronte, nicht ganz fremd.

Wer biſt du, ehrwürdiger Vater? redete er den Greis an, mir däucht, wir ſollten uns kennen, du ſtehſt vor deinem Kaiſer.

Bei dieſen Worten flog eine flüchtige Bläſſe über die eingefallenen Wangen des Gefragten; aber er faßte ſich bald wieder und ſagte mit ruhi⸗ ger Faſſung: Wol haben wir uns auf unſeren Le⸗ benswegen oft begegnet. Damals aber war ich noch jung, lebenskräftig, reich und mächtig, jetzt haben das Alter und das Unglück mich gebeugt, jetzt haben die Thränen der Reue über verletzte Pflicht und Eide das Licht dieſer Augen gelöſcht; jetzt ſchmückt mich längſt das falſche Blendwerk irdiſcher Größe nicht mehr.

Und dein Name? frug der Kaiſer.

Iſt Thaſſilio! einſtens Herzog der Baiern.

Eine lange Pauͤſe folgte dieſen Worten. Der Kaiſer war tief erſchüttert. Auch ſein Blut war ja ruhiger geworden, auch ſein Haupt war ſeit

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