Teil eines Werkes 
2. Theil (1845)
Entstehung
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Es iſt Euch wohl bekannt, daß unſer ſchönes Kloſter ſchon unter Karl dem Großen gegründet, ja die Kirche deſſelben in deſſen Gegenwart einge⸗ weiht wurde.

Wie er aber ſchon damals große Anhänglich⸗ keit an die Abtei gezeigt, ſo blieb er ihr auch ſpä⸗ ter zugethan, und der Herr ſegnete ihn dafür und machte ihn zu einem mächtigen Herrſcher und ließ ihn ein hohes Alter erreichen.

Das Alter aber beugte Karl nicht und ſo be⸗ ſuchte er noch in ſeinem neunundſechzigſten Lebens⸗ jahre auf einer ſeiner Rundreiſen unſer ſchoͤnes Lorſch.

Er kam wie gewöhnlich mit wenig Gefolg, aber mit vollen Händen; denn er ehrte die Geiſtlichkeit, wie es großen Fürſten vor Allen geziemt, und mit Freuden empfingen ihn Abt und Brüder.

Sein erſter Gang aber war zur Kirche, wo man, da es ſchon Abend war, gerade die Vesper ſang.

Karl betete andächtig und lange, ſo daß die Kirche bereits leer geworden, als er ſich von

den Knieen erhob. Eben wollte auch er das Gottes⸗ haus verlaſſen, ſiehe da führte ein Knabe einen alten blinden Geiſtlichen herein, der, auf einen Stab geſtützt und von den Jahren gebeugt, müh⸗ ſam dem Altare zuſchwankte.

Gerührt und erſchüttert ſchaute n der Kaiſer