Teil eines Werkes 
2. Theil (1845)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

358

Freund! ſagte David, Ihr kennt die Welt ſchlecht. Es gibt noch größere Unthiere als Kameele und Affen. Was ſind Felſenklüfte und Wüſten, Schlangen und Tiger, Durſt und Hunger, Hitze und Kälte, Krankheit und Peſt, gegen ärgerliche, zänkiſche und boshafte Höflinge ohne Kopf und Herz, mit einer goldenen Ordenskette um den Hals, die man mit ſich über die Alpen ſchleppt? Wenn dem ſo iſt, entgegnete der Pater, be⸗

neide ich Euch um Eure Fahrt nicht. Aber ich ver⸗ geſſe ganz meinen Auftrag. Seid Ihr David Fe⸗ derbuſch? Euer Aeußeres läßt mich faſt darauf ſchließen.

Es hat doch Alles ſeine gute Seite! rief der Narr, ſelbſt mein Höcker, man kann ſich daran hal⸗ ten und ſicher gehen, daß man den Rechten trifft. Und was iſt Euer Anliegen, frommer Vater?

Ich ſoll Euch an das Todtenbett eines Bruders rufen, der nicht ſterben kann, ehe er ſein Gewiſſen gegen Euch erleichtert hat.

Der Narr ſchlug die Hände über den Kopf zuſammen und rief: So wahr ich lebe, die Welt geht unter! Narr und Pfarr haben die Rollen getauſcht. Nun, einen milden Beichtvater ſoll der arme Teufel haben, denn meine Religivn war von jeher die Liebe, und das Leben hat mich gelehrt, daß Jeder ein paar Narxenſchuhe zerreißen muß.