353 paarten ſich bei ihm mit einem kühnen Geiſte, doch kannte ſein Stolz keine Grenzen.
In Reichthum und Ueberfluß erzogen, von Kindheit an als Fürſt behandelt, von Schmeichlern verdorben und von Natur leidenſchaftlich im höch⸗ ſten Grade, kannte Ezelino kein höheres Ziel, als mit unbeſchränkter Freiheit jeden Wunſch, jede Lei⸗ denſchaft befriedigen zu können, mit einem Worte zu genießen, da er— alle ſittliche und religiöſe Grundſätze leugnend— an kein jenſeitiges Leben glaubte.
Daher ſeine unbegrenzte Hab- und Herrſch⸗ ſucht, daher ſeine Grauſamkeit, der er den Namen „des Tyrannen“ verdankte.
Nur zwei Tugenden ſtanden ſtralend dieſen finſteren Dämonen gegenüber und dies waren ſeine unüberwindliche Tapferkeit und ſeine Treue für den Kaiſer.
Ezelinv di Romano aber brachte ſchreckliche Nach⸗ richten aus Italien mit. Anarchie und Selbſthülfe waren an der Tagesordnung und die Parteiwuth der Fürſten und Städte überſchritt jeden Begriff.
Vor Anderen hatte der Markgraf von Eſte, der Dankbarkeit und Unterthanentreue hohnſprechend, ſich von dem Kaiſer losgeſagt und verwüſtete nun mit Feuer und die Beſitzungen der Freunde des Kaiſers.


