diger Vater! rief der Jüngling. Wie könnte man ein ſo ſchönes Reich, wie Deutſchlands herrliche Fluren, wie vor Allem ſeine biederen, treuen Söhne vergeſſen?!.
Du haſt das Paradies der Erde„Neapel und Sicilien, noch nicht geſehen, kennſt nicht den Reiz, den ein ewiger Frühling über ſie ausgießt.
Rudolph ſchwieg einen Augenblick, dann ſagte er in brſcheidenem Tone: Sollten einen ſo großen Mann wol ſolch' kleine Gründe dazu bewegen, die erſten Pflichten eines Herrſchers zu vergeſſen? Ich kann es nicht glauben. Vergebt, wenn ich ihn daher in Stunden des Nachdenkens mit andern Gründen rechtfertigte. Aus dem Munde meines Vaters weiß ich z. B., wie lange und anhaltend ihn die inneren Angelegenheiten ſeiner neapolitani⸗ ſchen Reiche feſſelten und welchen Zeitverluſt und welche Mühe es ihn koſtete, Ruhe und Ordnung dert einzuführen. Und dann der Kreuzzug und der ewige Kampf mit dem heiligen Vater, und die rebelliſchen lombardiſchen Städte, die ihn erſt noch vor drei Jahren verhinderten, nach Deutſchland zurückzukehren.
Möge Gott verhüten, daß dies diesmal wie⸗ der geſchehe! rief der Prieſter mit einem flehenden Blick zum Himmel, denn ſonſt möchte ihm ſein Deutſchland verloren ſein. Indeſſen haſt du mit


