Teil eines Werkes 
2. Theil (1845)
Entstehung
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Das hör' ich gern, Rudi! erwiderte der Abt wohlwollend. Ob das Land, über das man zu gebieten hat, groß oder klein iſt, gilt gleich. Auch im engſten Kreiſe kann man wie ein Gott ſegnend wirken. Ich wünſchte, dein Pathe, obgleich er ſonſt ein herrlicher Mann iſt, befreundete ſich mehr mit dieſer Idee.

Nun! rief der Jüngling freudig, ich denke,

er wird ja nicht mehr lange auf ſich warten laſſen. Wie freue ich mich darauf, den großen Kaiſer ken⸗ nen zu lernen.

S iſt ja wahr! ſagte der Abt, du kennſt ihn noch gar nicht perſönlich. Seit 1220, alſo ſeit ganzen funfzehn Jahren hat er Deutſchlands Lüfte nicht mehr geathmet, und damals warſt du?..

Erſt drei Jahre alt, ergänzte Rudolph. Und den⸗ noch entſinne ich mich dunkel der hohen, ſtolzen Ge⸗ ſtalt. Sie ragt wunderbar aus den Erinnerungen meiner Kindheit hervor, und gerade ihre, wie in Ne⸗ bel zerfließende Undeutlichkeit hebt noch ihre Größe.

Das iſt natürlich, mein Kind, ſagte der Schutz⸗ herr von St. Gallen. Wer den liebenswürdigſten der Monarchen, wer den Enkel Barbaroſſa's, ein⸗ mal geſehen, der vergißt ihn nie wieder. Hätte

er nur uns und unſer gutes Deutſchland nicht ſo

vergeſſen. Vergeſſen?! ich kanns nicht denken, hochwür⸗