Teil eines Werkes 
2. Theil (1845)
Entstehung
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So ſtolz aber der Jüngling auf dem Pferde ſaß, ſo raſch und feurig ſeine Bewegungen waren, ſo wenig verletzte er die Beſcheidenheit, mit ſo hoher Achtung begegnete er dem Abte, an dem er ſelbſt mit kindlicher Ehrfurcht hing.

Aber auch der Prieſter ſchien dieſe Gefühle zu erwidern, denn ſein Auge hing oft mit väterlichem Wohlgefallem an dem munteren Reitersmann, ſo wie er ſich denn auch ind Geſpräche vorzüglich an dieſen wandte.

Nun, mein lieber Rudi! rief ihm der alte Herr eben jetzt zu, wie gefällt dir es denn bei uns! Nicht wahr, das heiße Blut ſtürmt manch⸗ mal ungeduldig durch die Adern, wenn wir ſo über gelehrte und ernſte Dinge ſchwatzen? Politik und trockne Wiſſenſchaft iſt freilich nicht ſo luſtig und ergötzlich, als Waffenſpiel und Waidwerk.

Ihr irrt, ehrwürdiger Vater, entgegnete freundlich der junge Graf von Habsburg, wenn Ihr mich für ſo leichtfertig haltet. Gewiß, Jagd und Waffenſpiel ſind herrliche Dinge; aber auch die Wiſſenſchaften halte ich hoch, und vor Allem mag ich Euren Worten gern lauſchen, wenn Ihr von jener Kunſt ſprecht, die uns lehrt, Haus und Hof klug leiten. Die Ländereien meines Vaters ſind zwar klein, deſſenungeachtet möchte ich einſt meine Unterthanen gern glücklich machen.