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entgegenſtrebende Macht. Da aber der Adel zu gleicher Zeit die nicht Ritterbürtigen als Menſchen anſah, die nur zu ſeinem Dienſte geſchaffen ſeien, und das Aufſtreben der Bürger gewaltſam zu un⸗ terdrücken ſuchte, ſo vereinigten ſich die Unterdrück⸗ ten wiederum in Städten, die bald durch Handel und Gewerbe fröhlich aufblühten, und ſtellten ſich, als eine dritte Macht im Staate, der länderbe⸗ ſigenden, der Fürſten-oder Adels⸗Macht entgegen, und da ſie ſich im gleichen Streben mit dem Könige (Kaiſer) vereinten, ſo wurden die Städte auch zu vielen Zeiten die wichtigſten Stützen der Herrſcher.
Das deutſche Reich bietet daher im Mittel⸗ alter einen ewigen Kampf des Königs gegen die mächtigen Vaſallen der Krone, dieſer gegen die aufſtrebenden Städte und außerdem das Ringen der Hierarchie gegen die weltliche Macht dar.
So traurig dieſer Zwieſpalt war, ſo trug eben doch das chaotiſche Gewirre die Keime man⸗ cher ſüßen Frucht in ſich. In den einſamen Zellen der Klöſter ward die Wiſſenſchaft ſorgſam gepflegt, in den Städten hoben ſich die Künſte und Gewerbe, der wachſende Reichthum der ruhigen Bürger be⸗ reitete die Fortſchritte der Kultur vor, die nament⸗ lich auch durch die vielen Hofhaltungen der ver⸗ ſchiedenen Fürſten befördert wurde.
Hatte doch ſelbſt der König keine beſtimmte


