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Wenn ſich die Kraftfülle der damals noch nicht verweichlichten Deutſchen auf der einen Seite in dem Stolze auf die eigene Kraft, in Kampfbe⸗ gierde und dem Ringen nach kriegeriſchen Ehren kundgab, ſo bewies auf der andern Seite das Verhältniß, in welches ſich eben jene wilden Ritter zu den Frauen ſetzten, die Macht, welche Schönheit und ein reines Gemüth auf unverdorbene Menſchen übt. Das Mittelalter iſt analog mit dem Jüng⸗ lingsalter des Menſchen, und wie der Jüngling, gerade je kräftiger er iſt, mit deſto größerer Scheu die ſittſame Jungfrau betrachtet, wie ihm eben aus den Tugenden, die ihm mangeln und ihr eigen ſind, ihre Heiligkeit erwächſt; wie er ſich das ſanfte Mädchen, zu welcher ihm ein ſüßer geheimer Zug der Seele leitet, gleich einer Gottheit rein und aller Fehler frei denkt und ſie in ſtiller Schwärmerei anbetet, und ſein höchſter Gedanke es iſt, nicht ſie zu beſitzen, ſondern ihr nur würdig zu werden; wie ihn alsdann nur der Gedanke in ihre Fuß⸗ tapfen zu treten, einen Ort zu berühren, den ſie berührt, oder gar ein Kuß auf den Saum ihres Gewandes— überglücklich macht:— ebenſo war es in den Zeiten des Mittelalters mit den kräfti⸗ gen, aber unverdorbenen Naturen der Ritter.
Ehre, Liebe und Religion war die Deviſe jener Zeit, und aus den Händen dieſer drei himm⸗
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