Teil eines Werkes 
2. Theil (1845)
Entstehung
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Ideen hingeriſſen fühlen: ebenſo blicken wir auch gern aus unſern lichten, aber nüchternen Zeiten in jene Jahrhunderte der Dämmrung zurück, in wel⸗ chen ſich die Nacht am Lichte und das Licht an der Nacht in höheren Schatten und Farben ſo poetiſch brach.

und gerade die Zeiten der Hohenſtaufen trugen in Deuiſchland vor andern das Gepräge der Poeſie. Verſuchen wir ſie in einigen flüchtigen Strichen zu charakteriſiren.

Das Erſte, was dem Forſcher als bezeichnend in denſelben entgegentritt, iſt eine rührende Ein⸗ fachheit des häuslichen Lebens; eine Einfachheit, die nur bei öffentlichen Feſten zurücktrat, aber eine Gemüthlichkeit und Genügſamkeit zur Folge hatte, die wir, erdrückt von Bedürfniſſen und Etikette, nicht einmal kennen. Wenn bei Fürſtentöchtern Spinnen, Weben, Sticken und das Anfertigen eigner Kleider noch Sitte war, mußte dieſer ſchlichte Gebrauch nothwendig Sinn für Häuslichkeit und ein ſtilles Leben hervorrufen. Indem man nur we⸗ nige Geräthſchaften bedurfte, kettete man ſich deſto inniger an dieſelben, gab ihnen nicht nur geiſtig, ſondern auch dem Inhalte nach einen höheren Werth, durch kunſtvollere Bearbeitung und rei⸗ cheren Stoff. Dauerhaft und echt mußten die we⸗ nigen Habſeligkeiten ein; aber Kraft und Wahr⸗