Teil eines Werkes 
2. Theil (1845)
Entstehung
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5 ſich daher, dieſen um ſo ſorgfältiger zu pflegen, im nahen Walde eine Zelle.

Die zu Herzen gehende Einfachheit ſeiner Lehre, ſein ſtiller, gottſeliger Lebenswandel und die Wohlthaten, durch welche er ringsum die Ge⸗ gend beglückte, brachten ihn bald in den Ruf eines außerordentlichen, eines heiligen Mannes, ſo daß ſich ſelbſt der Kämmerer des königlichen Hofes, Graf Talto, veranlaßt fühlte, ihm aus Dank⸗ barkeit den Wald und die, ſeine einfache Wohnung umgebenden, Wieſen und Felder zu ſchenken. Aber Gallus blieb auch jetzt, trotz des Beſitzes ausgedehnter Ländereien, anſpruchslos und beſchei⸗ den; pflanzte mit eigner Hand ſeine Kohlgärten, weidete ſeine kleine Heerde, belehrte und bildete die Bewohner der Umgegend und hatte bald die Freude, die Menge der Lernbegierigen wachſen und wachſen zu ſehen. Als er endlich 640 ſtarb, huldigten ſchon alle umliegenden Thäler, ja die Uferbewohner des ganzen Bodenſees und ein be⸗ deutender Theil von Rhätien den ſanften Geboten des Urchriſtenthums.

War aber auch Gallus heimgegangen zu den Vätern, wandelte auch ſein Leib nicht mehr auf der Erde, das Gedächtniß an den tugendhaften Lehrer, an den Wohlthäter ſo vieler Tauſende ſchwand nicht; ja die dankbare Erinnerung an den