volles Weſen trieben, gelang es 565 einem Ir⸗ länder, Columban, im Vereine mit zwölf gleich⸗ geſinnten Freunden, die menſchenfreundliche Chri⸗ ſtuslehre auf der Inſel Ikolmhill*) zu verbreiten. Die Haine der Druiden, und was mehr ſagen will, die Nacht des Aberglaubens wurden gelichtet und da, wo einſt die heiligen Eichen gerauſcht, er⸗ hoben ſich nun die Altäre des einigen Gottes.
Columban gründete auf jenem Eilande ein Kloſter, und hier, faſt von der Welt überſehen, erblühte, mitten unter den Stürmen einer beweg⸗ ten Zeit, hohe Gelehrſamkeit. Eine Gelehrſamkeit, die um ſo ſegensreicher wirkte, als tüchtige Män⸗ ner ihren Samen in alle Welt trugen.
So ging aus jenem Kloſter auch der Schotte Gallus aus und kündete die ſanfte Lehre Chriſti den Völkern Europas. Bis nach den Thälern Helvetiens führte den würdigen Greis ſein Eifer. Beſchwerden und Leiden, Entſagungen und Krän⸗ kungen ſchreckten ihn nicht, und ſelbſt als ihn, den jetzt fünfundachtzigjährigen Mann, die heidniſchen Prieſter zu Tuggen am Zürcherſee und zu Bregenz vertrieben, predigte er noch an der Steinach das Wort Gottes. Hier fand er denn auch einen mil⸗ deren Boden für ſeine geiſtige Saat und baute
*) Nahe der Inſel Staffa.


