Teil eines Werkes 
2. Theil (1845)
Entstehung
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Jedes Leben fühlte ſich durch ihn neu geſtärkt; in jedem Weſen erwachten friſche Triebe, überall keimte und ſproßte es, und Himmel und Erde ſchien ein neuer Schöpfungstag belebt zu haben, da es mit einem Male in tauſend Formen und Geſtalten kroch und lief, ſchwamm und flog, und die ſtille Einöde des Winters ſich in eine tönende und lärmende Welt verwandelte.

Was aber die weite Natur bewußtlos, vder doch nur in dumpfem Empfinden, mit ſchwellen⸗ dem Leben fröhlich durchflutete, das erfüllte den Menſchen in klarem Bewußtſein mit Entzücken. Es war der Gedanke, die Erkenntniß des ewigen Lebens, welches, durch allen Wechſel durch, daſſelbe bleibt: nämlich ein ſeliges Sein. Iſt doch der Winter eine treffende Allegorie des Todes und der Frühling der Schlüſſel des Räthſels, der uns eben die tröſtliche Verſicherung gibt: daß Win⸗ ter und Tod, die Alles zu vernichten ſcheinen, ge⸗ rade die Schöpfer ganz neuer Welten werden.

Körper und Geiſt ſpüren das Erwachen der Natur und wenn das Blut in den Adern der Ju⸗ gend mit dem Frühling raſcher ſchäumt, ſo durch⸗ rieſeln das Alter neue Kräfte, heben den Geiſt neue Hoffnungen, beſchwingen ihn neue Gedanken.

So ging es auch heuer bei Menſchen, Pflan⸗ zen und Thieren, und zwar um ſo mehr, als der

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