——
*
Schritt zurück und ſtammelte: Vineis, ſprichſt du wahr?— Nein, nein, du lügſt! Du biſt falſch berichtet— es iſt nicht möglich! Der Unterthan gegen den Kaiſer! Der Sohn gegen den Vater!
Es kann nicht ſein. Eher würde die Welt unter⸗
gehen, eher könnten die Sterne aus ihren Bahnen weichen, der Löwe mit dem Lamm ſchäkern und die Taube den Adler würgen, als ſolch unnatür⸗ lich Frevelhaftes geſchehe.
O daß ich löge! ſagte der Kanzler finſter, aber leider iſt es Wahrheit. König Heinrich hat ſich zu Boppard ſelbſtſtändig und unabhängig erklärt und die verruchte Hand nach ſeines Vaters Krone aus⸗ geſtreckt.
Hört! donnerte Friedrich, hört ihr alle und bebet!— denn die Welt iſt aus ihren Fugen und des Gerichtes Tag naht! Hört! was unerhört iſt: der Sohn empört ſich gegen den Vater; Fleiſch gegen Fleiſch, Blut gegen Blut! Fluch denn für Fluch und Gottes Rächerblitz auf das Haupt aller Verräther!
Der Kaiſer war erſchöpft und ſein Haupt ſank auf den Knauf ſeines mannshohen Schwertes, das er mit beiden Händen hielt.
Todtenſtille und ſtarres Entſetzen herrſchte ringsumher, nur von außen, wo man keine Ahnung von den erſchütternden Scenen im Innern des


