Teil eines Werkes 
1. Theil (1845)
Entstehung
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Wäre er ein armer Ritter geweſen, würde er ſie in allen Welten aufgeſucht haben; als Herrſcher gebo⸗ ten höhere Pflichten ihm, an der erhabenen Stelle zu weilen, die ihm das Schickſal angewieſen.

So wohnte er denn auch heute dem Reichs⸗ tage als Herrſcher bei, und der innere Schmerz veredelte und verklärte ihn nur, und zeigte ihm das Leben tiefer im Staube und hob ihn nur kühner und ſtolzer empor.

Die Geſandtſchaften waren bereits entlaſſen und die Feſtlichkeit neigte ſich ihrem Ende zu, da traf plötzlich des Kaiſers Blick auf David, der noch immer in ſeiner düſteren Kleidung in dem fernſten Winkel des Saales ſtand. Friedrich ſchrak ſichtlich zuſammen; die Todtenbläſſe, welche ſich über das Geſicht ſeines Narren gelagert hatte, und das Verſtörte, was aus ſeinen Zügen ſprach, kün⸗ deten ihm Unheil. Da er aber, wie alle ſtarken Seelen, Gewißheit dem matten Zweifel vorzog, ſo deutete er dem Narren an, ſich zu nahen.

David gehorchte, obwol ungern.

Du biſt zurück! ſagte Friedrich, und Wir wiſ⸗ ſen nichts davon? Geht das Herz nicht vor der Hand? Haſt du ſie entdeckt oder nicht? Deine Mienen, fürchten Wir, ſind Dolmetſcher dei⸗ ner Seele, und dann haſt du Schlimmes zu be⸗ richten.