31. Irdiſche Größe.
O Geiſt, der über dieſen Waſſern lebt,
Der hier aus dieſen kühlen Gründen thaut,
Der aus der Tiefe Himmel wiederblaut,
Du Geiſt des Friedens, der mich jetzt umſchwebt,
Der ſich den Aether maßlos läßt entfalten,
Der Erde ſtillen Drang zum Lenz geſtalten—
So licbend beut die Luft des Vogels Schwingen,
Der Harfe Ton, um drin ſich auszuklingen—
Was haſt du uns um dieſen Stern betrogen
Und, eh' es tagen wollte, uns entzogen
Den Genius, der dir ſo rein verwundt,
Sich in dem All wie Hauch in Hauch empfand,
Drin wie in einer Blume RKelch ſich ſenkte
Und draus ein Herz, ſo liebedurſtig, tränkte?
Du haſt ein Auge der Natur genommen,
Das ihr in ihre tiefſte Seele ſah.
In mir biſt du um einen Beter nun gekommen—
Um einen Veter? ei, ſo ſtaunet, ja!
Um keinen Beter, ruhig, ſicher, ſtill—
Die Flamme bebt, wenn ſie nach oben will!
Um keinen Beter— nein, um keinen Wurm—
Es tobt das Meer und lobt den Herrn im Sturm!
Der Blumen ſchönſte brauchet einen Dorn,
Ein edles Herz zu Schutz und Trutz den Zorn;
Manch heiß Gebet hüllt ſich in einen Fluch,
Wie unſre Hoffnung in das Leichentuch. G. Herwegh.
Ganz Neapel war in Bewegung. Friedrich I, der römiſch⸗deutſche Kaiſer, der König von Nea⸗ pel, Sicilien und Jeruſalem, der Herrſcher über Deutſchland, Brabant, Lothringen, die Provence, Böhmen, Mähren und die Lombardei, der Schirm⸗


