Teil eines Werkes 
1. Theil (1845)
Entstehung
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516 lich gefaßt. Was ſollen dieſe Reden, Ihr ſeid Wöchnerin, Mutter, und werdet wieder geneſen.

Mutter! rief Eudoria und es war, als ob ſich der Himmel vor ihr erſchlöſſe. Mutter! und habe mein Kind noch nicht geſehen. Mein Kind! mein ſüßes, liebes Kind! Allah vergib, daß ich im Fie⸗ ber mein Kind vergaß! Gebt mir mein Kind, mein Kind!

Die Pflegerin hatte den Säugling ergriffen und reichte ihn der Mutter mit den Worten: Ein Mädchen! Die heilige Jungfrau möge es ſegnen und ſeine Seele dem Lichte zuwenden!

Eudoria richtete ſich mit Davids Hülfe halb auf und beugte ſich dann mit jenem Entzücken über die Kleine, welches ſich fühlen, ahnen aber nie vollkommen wiedergeben läßt. Mit jenem Entzücken, das von jeher alle Künſtler zur Begeiſterung ent⸗ flammt, mit jenem göttlichen Entzücken, das die katholiſche Religion unter dem Bilde der jungfräu⸗ lichen Mutter, als Symbol der reinſten Liebe, ſo ſchön verſinnlicht und mit Recht an die Spitze ih⸗ res Cultus ſtellt.

Eudoria bedeckte die Neugeborne mit Küſſen und Thränen. David und die Wärterin verharr⸗ ten ſchweigend.

Da ſtieß die Mutter plötzlich einen furchtbaren