506 und Farbe. Die Bilder des Geliebten und der theuren Schweſter tauchten hier aus Blumen, dort aus Flammen auf, die Arme nach ihr ausbreitend.
Sie waren wunderbar geſchmückt und an dem Herzen trugen ſie liebliche Blumen; aus den Blü⸗ ten aber ſchlüpften Amoretten und legten ſich an Eudoria's Bruſt, und ſie hatte viele, viele wunder⸗ ſchöne Kinder. Aber wenn ſie die Kinder herzen und küſſen wollte und ſo recht ſehnſüchtig nach ih⸗ ren Lieben ſchaute, ſiehe da ſchmolzen plötzlich alle die theuren Züge und fuhren unter Flammen in einander und woben das gräßliche Bild des Abtes. Und um des Abtes Haupt wand ſich ein Diadem von lebendigen Skorpionen und ſeine Hände wa⸗ ren blutig, und ſein Haupt wurde immer ſpitzer und ſpitzer, und ſein Körper dehnte ſich bis er zu jener häßlichen Schlange ward, welche Eudoria einſt in Paläſtina verfolgt.
Und wieder ward es ſtiller in der Kranken. Sie hörte die ſüßen Lieder des geheimnißvollen Sängers; ſie ſaß mit der Schweſter an ihrem Lieb⸗ lingsplätzchen und ſchaute hinaus in die paradieſi⸗ ſche Gegend. Wie waren doch die Töne ſo deutlich, wie klangen ſie ſo klagend durch die ſtille Mitter⸗ nacht!
Eudoria lauſchte und lauſchte. Sie richtete
ſich in ihrem Bett auf, das ſie für ein weiches
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