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derkunft das Bewußtſein verloren. Kein ſegnender Mutterkuß begrüßte das kleine holde Weſen bei dem Eintritte in die Welt; und wie es unter un⸗ ſäglichem Jammer geboren ward, ſo war auch ſein erſtes Athmen ein ſchmerzliches Weinen, als ob es den Himmel verklagen wolle, der es ſchon mit der Geburt in fremde Arme gelegt.
Jetzt eben— es war die dritte Nacht, nach⸗ dem es die Welt erblickt— ſchlummerte es ſanft und ruhig auf einem Kiſſen, welches am Boden, dicht neben dem Bett der Mutter lag. Noch hat⸗
ten ſich die Züge nicht klar entwickelt und doch
zeigte ſein kleines Geſichtchen ſchon eine überra⸗ ſchende Aehnlichkeit mit Eudoria. Sein Athem ging ſo leiſe, daß er faſt nicht zu hören war.
Ach, welche Seligkeit würde es der Mutter geweſen ſein, hätte ſie den kleinen Engel ſo ſchlum⸗ mern ſehen, über ſeine Athemzüge wachen können.
Aber Eudoria's Bewußtſein hatte die heiße Hand eines Fiebers verwirrt. In wildem, geſpen⸗ ſtiſchem Taumel tanzten und raſ'ten die bunteſten Bilder an ihrer Seele vorüber und regten ſie bald auf durch eine trügeriſche Freude und ſchüttelten ſie dann wieder mit den Schauern des Schreckens und des Entſetzens. Es war, als ob Hunderte von Geiſtern ſie in phantaſtiſchen Reihen umtanz⸗
ten, immer wechſelnd in Form und Zügen, Geſalt
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