Teil eines Werkes 
1. Theil (1845)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

500

in Geberden und Worten, hier zu läſtern und die Reinheit meiner Sitten anzugreifen. Als Sklavin dem Kaiſer geſchenkt, gehöre ich ſein mit Leib und Gut. Ich liebte ihn, wie er mich, und ſo ſchloſſen wir vor Allahs Augen den Bund der Liebe, wie ihn das Geſetz des Propheten erlaubt. Meine Schweſter iſt rein, wie eine Huri des Paradieſes, wenn ſie einen Rechtgläubigen an der Pforte des Himmels empfängt. Ich aber bin ſtolz auf des Kaiſers Liebe und die Frucht, die ich unter meinem Herzen trage.

Der Abt knirſchte vor Wuth. Kennſt du mich noch? rief er mit halb erſtickter Stimme.

Ja! entgegnete Jene, du biſt der Abt von S. Trinita di Cava, der ſeinen Kaiſer ermorden wollte.

Was der Teufel verhinderte! ſchrie der Mönch, aber heute wenigſtens will ich meine Rache kühlen. Im Namen Gottes auf den Scheiterhaufen mit ihnen!

Die Knechte traten bei dieſem Befehle vor. Ale⸗ ris umſchlang mit einem herzzerreißenden Schrei die Kniee ihrer Schweſter. 6

Was ſoll das? rief Eudoria. Wir ſtehen in dem Schutze des Kaiſers!

In die Flammen mit den Ketzerinnen! wie⸗ derholte der Abt.