Teil eines Werkes 
1. Theil (1845)
Entstehung
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Läſtere nicht, verworfenes Weſen! rief hier der Abt von S. Trinita di Cava zornentflammt. Re⸗ ligion iſt nur eine, der Glaube an Gott und ſeine Heiligen, wie ihn die Kirche lehrt.

Mir däucht ſie, fuhr Eudoria ſchwach, aber freudig fort, und ich darf es mit Stolz ſagen, ich theile dieſe Meinung mit dem größten aller jetzt lebenden Männer, ein geheimnißvolles Etwas, das mit lebendiger Allliebe Herz und Gemüth durchdringt, ein Leben in Gott und nach ſeinem Willen; eine Blüte des Gemüthes und der Phan⸗ taſie, die auf dem ſteinigen Boden kalter Vernunft oder leeren Ceremoniells welkt und ſtirbt.

Das hoölliſche Feuer auf ſolch' verruchte Irr⸗ lehren! rief finſter der Mönch. Wir wiſſen, wer ſie euch beigebracht, und ſie allein wären genug, euch zu verderben. Aber auch eure Unzucht ver⸗ dammt euch, Buhlerinnen des Kaiſers!

Eudoria, die ſich bisher nur mit Mühe ſitzend erhalten, richtete ſich bei dieſen Worten plötzlich hoch auf. Kühnheit und Stolz leuchteten aus ihren Augen und die Macht ihrer Schönheit und das Imponirende ihres Weſens waren ſo mächtig, daß ſelbſt die Mönche Ehrfurcht durchrieſelte und der Abt unwillkürlich einen Schritt zurücktrat.

Wer wagt es! ſagte ſie mit königlicher Hoheit