die Ohnmächtige, ſie rüttelte ſie— Eudoria blieb ſtumm und bewußtlos.
Da war es ihr, als ob Froſt den Körper ſchüttle und Feuer ihr Gehirn verzehre. Sie griff mit beiden Händen nach der Stirn, ſie war eis⸗ kalt. Sie ſtarrte auf Eudoria, die wie das mar⸗ morne Bild eines Engels dalag und lispelte: todt!
Todt! wiederholte ſie leiſe und mit dem Worte wehte es ſie an wie himmliſcher Friede und ſie ſagte: Ich will mit dir gehen.
Und das Feuer, das in ihrem Gehirn brannte, goß glühende Ströme in ihre Adern. Sie zitterte wie Eſpenlaub— aber ihre ſtarren Blicke liefen emſig ſuchend an dem Boden und den feuchten Mauern hin. Plötzlich funkelten die Augen und unwillkürlich deutete die Hand nach einer Stelle in dem alten Bade, während die Lippen bebend ſtammelten: Allah ſei Dank!
Es war ein Skorpion, den ſie ſah. Das häß⸗ liche Thier ruhte in einem Winkel des Steinbehäl⸗ ters und lauſchte auf Raub. Er ſollte ihr der Schlüſſel zu der dunkeln Pforte werden.
Sie war entſchloſſen. Schon hatte ſie den Fuß auf eine Stufe des Bades geſetzt, ſchon langte ſie nach dem giftigen Thiere, als ein Geräuſch ſie emporſchreckte. Sie blickte auf und ſiehe— Eu⸗ doria regte ſich.


