Teil eines Werkes 
1. Theil (1845)
Entstehung
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ſtern umklammerten ſich krampfhaft und preßten ſich Herz an Herz; als ſolle das Gefühl, daß ſie ja Beide mit einander litten, die Qualen mildern, die ſie zerriſſen. Und ſiehe der Jammer der Schwe⸗ ſter erweichte Eudoria und ſie weinte bitterlich.

Aber mit Einemmale ergriff die Geliebte des Kaiſers eine namenloſe Angſt; es dämmerte vor ihren Augen, die Bruſt hob ſich mühſam und eine plötzliche Schwäche überfiel ſie. Eudoria ſank zurück.

Allmächtiger, ſie ſtirbt! ſchrie Aleris auf und warf ſich über ſie, und küßte ſie zu hundertmalen, und ſchluchzte: Eudoria, ſüße, liebe Schweſter, ſtirb nicht! laß mich nicht allein, in dieſer Schreckenswelt! O Allah! ſie darf, ſie kann nicht ſterben! Eudoria, bleibe bei mir! Schwe⸗ ſter! Schweſter! ſtirb nicht oder nimm mich mit! Verlaß deine arme Aleris nicht, die ja nur dich hat auf der weiten, weiten Welt.

Aber Eudoria hörte nicht. Der Tod ſchwebte über ihr und überſchattete ſie, und verdeckte ihr mit ſeinen ſchwarzen Flügeln den Himmel und die Sonne brannte wie ein blutrothes Auge in ſeiner Stirn, und ſeine Klauen hackten in das arme, weiche Menſchenherz.

Aleris wollte verzweifeln. Sie rang die Hände, ſie ſchrie um Hülfe, ſie raufte ihre Haare, ſie küßte