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Genial : Roman / von Heribert Rau
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nung vor der Stadt lagernden Maſſe von Geflüchte⸗

ten und Abgebrannten ein einzelnes Weſen finden? und doch konnte er ſich nicht entſchließen Andere nach der Geſuchten zu fragen. Trug ſie doch ſeinen Namen, konnte man doch leicht durch die Frage ihn erkennen. Doch der bleiche junge Mann verlor den Muth nicht, er ſuchte und ſuchte aber nirgends konnte er die Vermißte ausfindig machen.

Zwei Tage lang waren ſeine Bemühungen um⸗ ſonſt geweſen, und ſchon neigte ſich die Sonne wie⸗ der ihrem Untergange zu, als er an einem der äu⸗ ßerſten Häuschen der Stadt anlangte und ſich, von ſeiner beſchwerlichen Wanderung auszuruhen, auf einem vor demſelben liegenden Baumſtamme nie⸗ derließ.

Lange betrachtete er ſeine Umgebung nicht, bis ihn ein kleines Kind, welches zu ſeinen Füßen im Graſe herumgekrochen, mit ſeinen Händchen ſpielend antaſtete. Der bleiche Mann fuhr aus ſeinen Träu⸗ men auf, und ſah unwillkürlich nach dem kleinen ar⸗ tigen Geſchöpfe hin, das, höchſt reinlich gekleidet, ihn mit ſeinen großen blauen Sternen ſo recht kindlich und unſchuldig anblickte.

Aber das Lächlen der Unſchuld war ein Dolchſtoß in das leidende Herz des Armen; er ſeufzte auf und