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Genial : Roman / von Heribert Rau
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„Ja, ihre Freundin,“— fuhr Heylig in gleich⸗ gültigem Tone fort—„wird ſeine großen Ideen ſchon in den rechten Gang bringen.“

Auguſte ſchwieg einen Augenblick in merklicher Verlegenheit. Sie zitterte. Eine finſtere Ahnung ſtieg in ihrer Seele auf. Aber ſie faßte ſich vor dem Fremden und ſagte gleich darauf mit anſcheinender Ruhe:„Sie müſſen ſich irren, mein Herr, ich habe

keine Freundin in Edinburg.“

„Mais mon dieu! die Gattin eines Schöngeiſtes eines soit disant„Genie's“— wird doch nicht eiferſüchtig ſein?“ lachte der alte Geck frech—„dann müßte ich Sie, mein allerliebſtes Kind, bedauern, und könnte Ihnen nur rathen, ſich zu rächen. Ueber⸗ haupt begreife ich nicht, wie mein lieber Freund ein ſo himmliſches Weſen, wie Sie es ſind— erlauben Sie, daß ich Ihnen die Hand küſſe— gegen ein ſo freches Weſen vertauſchen kann.“

„Mein Herr!“— ſtotterte Auguſte hier ver⸗ legen, dem zudringlichen zugleich ihre Hand entzie⸗ hend—„Sie ſahen, was mich beunruhigt, ich hoffte Sie ſcherzen nur.“

„Ganz und gar nicht, im Gegentheil!“— ſagte Heylig mit einem triumphirenden Strahl aus den falſchen grünen Augen—„Sie wiſſen ja, daß er,

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