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Genial : Roman / von Heribert Rau
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es ihrer Schweſter und Karl im Anfang um ihren Verſtand bangte. Was aber keine liebenden Worte vermocht, erzielte die Einſamkeit und die Nacht. Au⸗ guſten's Schmerz löſte ſich in Thränen auf. Aber welches menſchliche Herz wäre ſo ſtark, allen Hoff⸗ nungen freiwillig zu entſagen? welch' liebendes Weib verzweifelte mit einemmale an der Treue ihres Ge⸗ liebten? Warum ſollte dies Auguſte thun? Wußte ſie doch, daß ihr Gatte ein guter Menſch ſei, der ſich nur leicht von fremden Einflüſſen beſtimmen laſſe. Durfte ſie doch hoffen, daß er wieder zu ſich kommen, ihre treue Liebe erkennen und reuig in ihre Arme flüchten würde. Sein Thatendurſt, ſein unruhiger Geiſt, dachte ſie, habe ihn fortgetrieben. Er wird draußen finden, wie ſehr ich ihn liebte, und bald, bald! zurückkehren.

Sie hätte ihm gerne geſchrieben, aber ſie wußte

nicht, wohin er ſich gewendet, und ſo blieb ihr nichts

zu thun übrig, als vor der Hand auf einen Brief von ihm zu harren.

Dieſe Erwartung beſchäftigte ſie lange. Während dieſer ganzen Zeit verließ ſie faſt ihr Zimmer nicht, und mit der Zubereitung eines Bettchens und der erſten Kleidungsſtücke für das Kind beſchäftigt, welches ſie unter ihrem Herzen trug, beſtand ihr einziges