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Genial : Roman / von Heribert Rau
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die ſich zwar ſehr freundlich mit ihm unterhielt, Wel⸗ len aber durchaus nicht zuſagen wollte. Es kam ihm dies wilde, derbe und dabei doch jugendlich co⸗ quette Weſen bei der häßlichen, wenigſtens achtund⸗ dreißig Jahre alten Frau, widerlich vor, und nament⸗ lich peinigte ihn die außerordentliche Vertraulichkeit, mit der ſie gegen ihn verfuhr, den ſie doch erſt ſeit vielleicht einer halben Stunde kannte. Nichtsdeſto⸗ weniger mußte er aushalten, ja auf ihre oft ſehr derben Späſſe eingehen und ſehen, wie ſie ſich auf eine grauſame Art über ihren Gatten luſtig machte, der,— ein kleines, ſchüchternes Männchen,— ganz unten an der Tafel ſaß, und eigentlich nur den ober⸗ ſten Aufwärter und Ceremonienmeiſter machte; wie er dies denn überhaupt im Schloſſe war, und auch nur als ſolcher und Ober⸗Küchen⸗ und Keller-Meiſter geduldet wurde.

War die Lady mit dem ganzen Schwarm von Gäſten, der immerwährend ihr Schloß belagerte, auf der Jagd, mußte der Lord die Haushaltung beſorgen und überwachen; wurde aber auch hier, da er einen ſehr beſchränkten Kopf hatte und wenig verſtand, überall unterjocht und übervortheilt, ſo daß die Haus⸗ haltung der Lady Macbeem, außer der ſchreckli⸗ chen Verſchwendung durch den ewigen Beſuch, über