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Genial : Roman / von Heribert Rau
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zig Mark forderte, blickte er erſtaunt auf; der Kellner aber verſtand ihn ſogleich, und zeigte ohne ein Wort zu entgegnen, auf die acht leeren Champagnerflaſchen und die Reſte des Abendeſſens, die noch vor ihm ſtanden.

Aber ſchon hatte auch Ferdinand vergeſſen, daß er noch eben über die Summe erſtaunt, welche ihn dieſer Abend gekoſtet. Er zahlte. Und mit dem ſtolzen Gedanken: Anderen eine frohe Stunde gemacht und ſich angenehm und gut unterhalten zu haben, ſtand er auf, nahm Stock und Hut und verließ, un⸗ bekümmert um die Zurückbleibenden, den Saal, indem er entzückt leiſe vor ſich hin ſagte:

„O Gott! wie ſchön, wie groß, wie genußreich iſt das Leben, wenn man es nur genial aufzufaſſen, ſich über die neblige Tiefe der Trivialität zu erheben weiß!“—

So ſpät es war, konnte der Jüngling jetzt doch noch nicht heimkehren. Sein Herz war zu voll, ſein Blut zu erhitzt, ſein Gehirn zu fibrirend.

Er warf ſich der göttlich ſchönen Sommernacht in die Arme, die lau und träumeriſch über der Erde lag. Wie ſtill war nun die unermeßliche Stadt ge⸗ worden, deren Steinmaſſen und Palläſte im ſchwachen

Dämmerſchein der Sterne den Rieſenmonumenten