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Genial : Roman / von Heribert Rau
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38 Schöne—„die Natur ſchuf das Weib frei wie den Mann; aber der Mann zertrat des Weibes Freiheit und würdigte es zur Magd herab.“

„Werden wir nicht ercentriſch!“— ſagte der alt Student ſpöttelnd—„die Natur ſchuf Mann und Weib, um ſie in der Ehe, der Krone rein menſchlicher Verhältniſſe, auf diejenige Stufe zu ſtellen, die die vollendteſte Entwickelung geſtattet M Da aber der na⸗ türliche Erfolg einer Ehe die n von Kinder iſt, da Kinder wiederum einerſeits glboren, gepflegt und erzogen, andererſeits Mutter und Kinder geſchützt und ernährt werden müſſen;— ſo geht aus dieſem, von der Natur ſelbſt gegebenen doppelten Verhältniſſe, auch eine zweifache Beſtimmung für die Glieder der Ehe hervor, das heißt: die Matur beſimmte ganz

klar das Weib zu der Erziehung der Kinder und dem

ſtilleren Wirken der Häuslichkeit; den Mann dagegen—

zu dem Schützer und Ernährer der Familic. Drehen wir nun dieſe Verhältniſſe herum; oder ändern ſie, ſo iſt die nothwendige Folge, daß die, dem Weibe zur Erfüllung ſeines Berufes geſchenkten, zarten und edlen Seiten ſeines Seelenlebens unterdrückt und zerſtört werden. Der Mann kann ihre Stelle nicht einneh⸗ men, und ſomit iſt die Ordnung der Natur aufge⸗ hoben und einſeitig geſtört.“