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Letztere kann ſelbſt, aus den genannten Gründen, edel ſein. Eine Form iſt die Sitte eben ſo wenig; ſie iſt ein moraliſches Geſetz, eine ſtillſchweigende Anerken⸗ nung des Edlen und Guten.“
„Das mag ſie in ihrem Urſprunge und in man⸗ chen Beziehungen ſein!“— rief Ferdinand— „aber ganz gewiß iſt ſie noch weit öfter eine alberne Tyrannei, die längſt von den hervorleuchtenden Gei⸗ ſtern angegriffen und verſpottet wurde.“
„Nur in einem Falle iſt ſie dies,“— entgegnete der Recenſent—„wenn ſie nämlich die Mode betrifft; keinesweges aber, wo es die Moralität gilt. Sagen Sie mir doch um Gotteswillen, meine Herrſchaften, was aus der menſchlichen Geſellſchaft werden ſollte, wenn man ihr den Zügel der Sitte und der Schick⸗ lichkeit abnehmen würde? Wir wiſſen wie klein die Zahl der edleren Seelen iſt, und kennen die Wuth der Leidenſchaften, die Folgen der Selbſtſucht. Und heben wir nicht faktiſch die beſtehenden Sitten über Weiblichkeit auf, wenn wir das Weib in Ihrem Sinne emancipiren? Stoßen wir nicht ſelbſt— was nie ungeſtraft bleibt— die Geſetze der Natur damit um?“
„Ich glaube dieſe Sünde fällt bei weitem mehr auf das Haupt der Männer!“— rief eifrig die


