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„Halt!“— unterbrach den Sprechenden hier hef⸗ tig die Spanierin—„Eines nach dem Anderen. Sie erwähnten die Gewohnheit, laſſen ſie uns erſt von dieſer, dann von der Natur reden.“
„Gut!“— entgegnete der Recenſent.—„Alſo die Sitte; achten Sie dieſelbe für Nichts?“
„Eben nur für Menſchenſatzung, die eine lange Gewohnheit heiligte.“
„Die Behauptung iſt zu kühn. Woraus iſt die Sitte hervorgegangen? doch wohl aus einer Ueber⸗ einkunft, welche die Menſchen ſtillſchweigend über Gebräuche abgeſchloſſen, die ſo ſehr mit eines Jeden Rechts⸗“ und Schicklichkeitsgefühl harmonirten, daß man ſie, eben durch die ſtillſchweigende Annahme, ſanktionirte.“
„Ich, meinentheils, glaube daß die Eigenliebe die Mutter der Sitte iſt!“ ſagte die Schöne.
„Eigenliebe will den eigenen Vortheil ſo gut als den Anderer; denn ſie weiß, daß eine behagliche Eriſtenz nur auf gegenſeitiges Wohlwollen und ge genſeitige Achtung gegründet werden kann.“
„Alſo halten auch Sie die Sitte nur für die liebe Selbſtſucht, der man einen gefälligeren Namen, eine Form, gegeben hat.“
„Selbſtſucht und Eigenliebe iſt nicht einerlei


