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Iſt es doch längſt nicht mehr die freundliche Schule der Bildung!“
„Gewiß wird Niemand ſo pedantiſch ſein, das Schauſpiel als ein rein-moraliſches Inſtitut anzuſehen, das mit dem Ernſte der Religion auf die Gemüther wirken ſoll; aber eben ſo ſoll der Gebildete das Ver⸗ gnügen, welches ihm die ſchönen Künſte bereiten, von den armſeligen Beluſtigungen niederer Geiſter unterſcheiden.“
„Ich gehe in das Theater, mich zu amü⸗ ſiren! heißt es jetzt, und was verſtehen ſie nicht alles unter amüſiren? Sich zeigen, lorgnettiren, co⸗ kettiren, gähnen, ſchwätzen... O laſſen Sie mich ſchweigen, von den materiellen, nüchternen Seelen!— Aber wahrlich! wenn nur die Schauſpieler ernſtlich wollten, ſie wären im Stande,— Hand in Hand mit den Dichtern gehend,— dem Geſchmacke eine beſſere, würdigere Richtung aufzudringen.“
„Ja wenn die Intendanzen nicht wären!“ lachte faſt roh der Heldenſpieler.„Aber da iſt der erſte Grundſatz: Einnehmen, der zweite ſparen und der dritte auf die Schwächen des Publikums ſpekuliren. Die Mitglieder werden ſchlecht bezahlt und die Re⸗ pertoirs ſtrotzen von ſogenannten Kaſſen⸗Stücken.“
„Eine beſſere Bezeichnung hätte man für dieſen


