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die Deutſchen ſelbſt ſchaffen ja ohnedem, mit wenigen
Ausnahmen, kaum Kennenswerthes. Aber, daß ich es frei ſage: Schauſpieler und Publikum müſſen ſich ändern, wenn ſich die dramatiſche Literatur heben ſoll. Sehen wir nicht allzu oft bei den Coriphäen der Schau⸗ ſpielkunſt wahre Couliſſenreißerei an die Stelle der Natur treten? opfern ſie nicht freudig tauſendmal die zärteſten Schönheiten einem Effecte, der ihnen den Applaus der Ungebildeten zuwendet?— Natur! Na⸗ tur! iſt die erſte Erforderniß eines jeden Kunſtgebil⸗ des— Natur iſt ja die Baſis der Kunſt ſelbſt.— Wie kann das Bild des Lebens, was ja jede gute dichteriſche Schöpfung ſein ſoll— an unſeren Geiſt lebensfräftig herantreten, wenn es uns durch verkehrte, leichtfertige, ungenügende Auffaſſung und unnatürliche Darſtellung nur in verzerrten Formen vorgeführt wird. Wie viele Schauſpieler aber haben wir, die wahrhaft und gründlich gebildet und dadurch im Stande ſind, die ſchwierige Aufgabe des Eindringens in die Charaktere, welche ihnen zur Aufführung zufallen, zu löſen? Sagen Sie ſelbſt, meine Herren, wie oft Sie die Erfahrung gemacht, daß man den Stand des Schauſpielers als den bequemſten und vergnüglich⸗ ſten der Welt angeſehen, und ſich leichtſinnig in den⸗ ſelben geworfen hat, ohne zu bedenken, daß er wohl


