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Genial : Roman / von Heribert Rau
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ſich verjüngenden Alten aber, erklärt ſich durch Fol⸗ gendes. Der Beſprochene, der ſich Heylig nannte, war ein reicher Kaufmann, aus Worms am Rhein gebürtig, der ſich, nachdem er ſein Geſchäft aufgegeben, mit ſeiner Familie nach Hamburg gezogen hatte. Einer gemeinen Familie entſproſſen, ohne gründliche Bildung verdankte er ſeinen Reichthum lediglich glücklichen Zufällen. Wie natürlich fand er nun, geſchäftslos, keine Befriedigung in ſich ſelbſt und ſuchte daher die Leere der Zeit mit Reiſen auszufüllen. Dem Unwiſſenden waren alle fremden Erſcheinungen neu und übten daher einen um ſo tieferen und bleibenderen Eindruck auf ſein Gemüth. Dasjenige aber, was er von Großem und Schönem zuletzt geſehen, ſchien ihm immer das Größte, Schönſte, Unübertrefflichſte, und ſo kam es denn, daß Heylig als Italiener aus Rom, als Engländer aus London, als Franzoſe aus Paris zurückkam; ja er hob dieſe Schwäche, die auch einen tüchtigen Beigeſchmack von Eitelkeit und deutſcher Nachahmungsſucht hatte, bis zur vollendeten Narrheit, indem ſich auch ſeine ganze Familie, ſeine Haushal⸗ tung, ſeine Einrichtung kurz das Leben und Treiben des ganzen Hauſes nach dem Lande und deſſen Sitten und Gebräuchen einrichten und ſie nachahmen mußten, welches er zuletzt beſuchte. Nach jeder neuen Reiſe