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länder, leicht an ihren charakteriſtiſchen Geſichtszügen und der anmaßenden Art und Weiſe zu erkennen, mit welcher ſie ſich behaglich⸗dehnend ausſtreckten. Auffallender, und auch von der Maſſe der Ab⸗ und Zugehenden bemerkt, erſchien ein Pärchen an ihrer Seite. Beide waren noch jung, doch ſchien der Mann älter als ſeine Dame. Er war groß, mager, dünn⸗ beinig und von bleichgelber Geſichtsfarbe. Seine blitzenden Augen, ſeine Kopfbewegungen, ſeine Züge, alles dies ſprach eine eigenthümliche Glorie, einen gewiſſen Stolz aus. Seinen Kopf deckte ein breit⸗ krämpiger Hut, dabei trug er, trotz des hohen Som⸗ mers, einen weiten Mantel, den er mit unnachahm⸗ licher Gewandtheit,— man möchte ſagen mit einem Anfluge von Koketterie,— über die Schultern ge⸗ worfen hatte. Das Mädchen oder die Frau, welche zu ſeiner Seite ſaß, und trotz dem, daß ſie das ein⸗ zige weibliche Weſen im Saale war, ganz gemüth⸗ lich ihre Cigarre rauchte, durfte der gewiſſenhafteſte Kenner als vollendet ſchön bezeichnen. Es ſchmückte ſie nicht die roſige Farbe, welche die Wangen der Kinder des Nordens belebt; aber ihre großen, ſchwar⸗ zen, leidenſchaftlichen Augen, die ein unbegreifliches Gemiſch von Wolluſt und Stolz enthielten, contraſtir⸗ ten ſiegreich mit den blaſſen Roſen ihres feingeſchnit⸗


