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Genial : Roman / von Heribert Rau
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6 ſo kann es nicht fehlen, daß dieſer Pavillon von den früheſten Morgenſtunden bis in die tiefſte Nacht von den Repräſentanten aller Nationen beſucht wird.

Auch heute war dies der Fall, und ein geſchickter Maler hätte hier die Skizze zu einem intereſſanten Bilde gefunden, ſo trefflich hatte der Zufal ldie Grup⸗ pen geordnet.

Gleich im Vordergrunde links, ſaßen um einen

kleinen runden Tiſch, auf welchem ein dampfender

Theekeſſel ſtand, drei Holländer. Die langen irdenen Pfeifen im Munde, die flachen, phlegmatiſchen Ge⸗ ſichter von keiner Spur eines Affektes bewegt, rührten ſich die Geſtalten in der einmal angenommenen Lage ſo wenig, daß man ſie für künſtlich geſchnitzte Figu⸗ ren hätte nehmen können, wenn nicht dem Einen oder dem Anderen alle Viertelſtunde ein Wort ent ſchlüpft wäre, auf welches die Antwort in dem gleichmäßigen Zeitraume erfolgte. Die Zwiſchen⸗ räume fullte das Beobachten der Dampfwolken, die ſie aus ihrer Pfeife blieſen, oder das bedächtige zu Mundeführen einer Taſſe Thee. Und dennoch war die gepflogene Unterhaltung von hoher Wichtig⸗ keit; denn zwei der Anweſenden handelten mit dem Dritten um eine koſtbare Blumenzwiebel.

Den Holländern gegenüber ſaßen mehrere Eng