Teil eines Werkes 
2. Theil (1844)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

Sie verrichten ihren Dienſt Tag ein, Tag aus, bei Dieſem und bei Jenem mit gleichem Stumpffinn. Wirth und Wirthin aber müſſen ihren Geſchäften nachgehen, und waren ohnehin ärgerlich genug, einen Nervenfieberkranken im Hauſe zu haben.“

„Oder war es einer ſeiner Freunde? ein anderer Reiſender?“

„Es waren deren unter der Zeit Manche hier; ſie frugen auch nach dem Kranken, als ſie aber von dem Nervenfieber hörten, wagte Keiner ſich ihm zu nahen.“

„Nun?!“ frug Hartmanns Mutter geſpannt— „Wer war denn ſein Engel? und ſo kühn, ſein Le⸗ ben an die Erhaltung des ſeinen zu ſetzen?“

„Ja, wahrhaftig ein Engel!“— entgegnete mit ſichtbarer Rührung der Arzt.—„Ein Engel, der auf die erſte Nachricht ſeines gefährlichen Unwohl⸗ ſeins weit herkam, der ihn pflegte und wartete wie ein liebendes Weib und ſo beſcheiden war, unerkannt hinwegzueilen, ſobald die Geneſung des Kranken als beſtimmt feſtſtand.“

„So löſen Sie mir doch das Räthſel, wer war es denn?“