Teil eines Werkes 
2. Theil (1844)
Entstehung
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rufen. Eine Königin der Herzen, eine Hoheprieſterin der Tugend ſtehe es ihr nicht an zu bitten, nur zu gewähren— und der Gedanke: den Herrn der Schöpfung zu ihren Füßen zu ſehen, werde ſie retten.

Wäre Zacharias weniger ſinnlich und energiſcher geweſen, müßte ihn dieſe einzige Erinnerung an Cla⸗ riſſe und ihren hohen geiſtigen Werth, aus dem ge⸗ genwärtigen Dilemma geriſſen haben.

Er that in dieſer unangenehmen Lage, was alle ſchwache Seelen in ähnlichen Fällen thun: er ver⸗ traute auf die Zeit und gab ſich dem Schickſal an⸗ heim; indem er ſeinem Vater die ganze Sache ſchrieb und beſchloß: deſſen Rath als Fingerzeige des Himmels zu betrachten. Heimlich dachte er freilich, ſein Vater werde nicht anſtehen, ihm zu einer ſo vortheilhaften Par⸗ tie zu rathen. Solch' ſinnlichen Menſchen iſt außerdem in dergleichen Fällen nichts lieber, als wenn irgend ein neuer Sinnenreiz ſie zerſtreut und ſomit von der Laſt ernſten Denkens und Entſcheidens befreit. Und winkte Zacharias dazu nicht die herrlichſte Gelegen⸗ heit? Erwartete ihn nicht Sophie auf der nächſten Poſtſtation?—