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und liest uns die Leviten. Aber ſie hat ſelten gleich reines Feld; ſondern gewöhnlich tritt ihr eben jene Leidenſchaft, die uns verführt, entgegen und oppo⸗ nirt und ſucht mit ihren eitlen Scheingründen die Vernunft zu täuſchen und zu beſchwichtigen. Dieß kann ihr übrigens nur da gelingen, wo die Vernunft auf ſchwachen Füßen ſteht.
Peinlich iſt jedenfalls dieſer Streit in unſerer Bruſt, und er muß ausgekämpft ſein, ſoll er nicht zu unſerer Unbehaglichkeit einen bitteren Bodenſatz von heimlicher Verachtung unſrer eignen Schwäche zurücklaſſen.
Auch Zacharias fühlte dieſen Kampf und um ſo empfindlicher, als er ſeinem Rechtlichkeitsgefühl, das ihn des Treubruchs gegen ſeine gute Clariſſe,— die ihn doch ſo wahrhaft liebte und für die ſeine Wort⸗ brüchigkeit ein Todesurtheil ſein mußte— beſchul⸗ digte, Vernunftgründe, wie: ſie ſei arm,— er müſſe als guter Sohn den Eltern folgen— und derglei⸗ chen mehr, entgegenſetzte.
Aber etwas Anderes erhöhte ſeine Unbehaglichkeit noch mehr. Es war ihm, trotz ſeiner Liebesverblen⸗ dung, bei den letzten Scenen im Haubenhuber'ſchen


