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Freuden und Leiden eines Commis Voyageur / [Heribert Rau]
Entstehung
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edlen geiſtigen Menſchen machen könnte. Man führt die Jugend im Dienſte der goldenen Kälber ein, und gibt ihr höchſtens einen geſellſchaftlichen Schliff.

Und was charakteriſirt die jungen Herrchen und Dämchen? Sie können tanzen, ſchlecht engliſch und franzöſiſch ſprechen, das Clavier ſpielen, keck aburtheilen, ſich hübſch putzen, Jeden verachten, der weniger Thaler hat als ſie; ſie wiſſen nicht das Geringſte von den geiſtigen Intereſſen der Menſch⸗ heit, nichts von Geſchichte noch Literatur überhaupt Nichts, was über die Tagesmode hinausgeht.

Dieſe geiſtige Beſchränktheit bei reichen Geldmitteln hat dann natürlich einen doppelt widerlichen Stolz zur Folge, und dieſer Geldſtolz iſt es, welcher jene ſcharfe Schattirung der Stände und Taxation nach dem Vermögen hervorruft, welche einem ſocialen Leben ſo hemmend entgegentreten. Und dann es fehlt hier Gemüthlichkeit.

Dieſe bockslederne Steifheit geht ſo weit, daß die Mil⸗ livnärs gewiß mit den Hunderttauſendern nicht einen und denſelben Vergnügungsort beſuchen; eben ſo wenig wol⸗ len die Letzteren mit den Tauſendern noch die Tau⸗ ſender mit den Handwerksleuten zuſammentreffen. Nur der dritte Pfingſttag vereinigt Alles im Wäldchen, und ſelbſt die Ariſtokratie fährt und ſagt gnädig lächelnd:Wie ſich unſer Volk amüſirt. Wer in Frank⸗ furt kein Geld hat, und wäre er ein Gott an Wiſſen und Verſtand, iſt ein Lump.

Zacharias hatte Mühe, ſich wieder in dieſen Geiſt einzu⸗ öhnen; denn war er auch nicht lange gereist, ſo hatte doch mit der Fremde eine gewiſſe Freiſinnigkeit einge⸗ athmet; auch hatte er zu viel wahre Bildung, um ſeinen