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Freuden und Leiden eines Commis Voyageur / [Heribert Rau]
Entstehung
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Wie freudig grüßte er ſein liebes Frankfurt, wie wur⸗ den bei ſeinem Anblick ſo viele ſchöne Erinnerungen wach Erinnerungen, die bis in die zarteſte Kindheit reichten und ihn unſchuldig und ſelig anlächelten wie Engel!

In jener Häuſermaſſe lebten ſo Viele, die er ſchätzte; ſie umſchloß Eltern, Freunde und Geliebte, dort ſollte ihm ein neues Glück erblühen ein ſtilles, häusliches Glück. Aber hatte er nicht auch neue Kämpfe zu beſtehen, um daſſelbe zu erringen? mußte nicht Clariſſe wieder gewonnen, mußte nicht was wohl das Schwerſte und Gefährlichſte war des Vaters ſtrengesNein beſiegt werden?

Aber eine wunderbare Ueberzeugung eines glücklichen Erfolges hatte ſich in ihm, ſeitdem er es aufrichtig und redlich mit ſich und Clariſſen meinte, feſtgeſetzt, und erhielt ihm den frohen Muth.

Mit Entzücken begrüßte er daher die derben, kräftigen Geſtalten der Sachſenhäuſer, deren ſtets ſich mehrende Zahl ihm das Annähern an die berühmte Vorſtadt kündete. Endlich war ſie erreicht.

Der Eilwagen raſſelte durch Sachſenhauſens Straßen, dem deutſchen Hauſe und der ernſtblickenden Sta⸗ tue Kaiſer Karls des Großen auf der Mainbrücke vorbei, hinein in die volkreiche Stadt. In die Stadt der Karya⸗ tiden, wie ſie Victor Hugo in ſeinem Werkeder Rhein nennt. Freilich hat der poetiſche Franzoſe oder vielmehr der franzöſiſche Poet hier wie anderwärts viele Dinge ge⸗ ſehen, die gar nicht exiſtiren und auch nie exiſtirten, und ich frage Jeden, der Frankfurt kennt: ob der gute Dichter derNotre⸗Dame nicht geträumt haben muß, als er fol⸗ gende Stelle niederſchrieb: