Metin
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Sophien fühlte, die gewiß nichts von ihrer Schweſter gro⸗ bem Briefe wußte— und das Bewußtſein— nicht Jene verführt und benützt— ſondern nur einſt ſitzen gelaſſen zu haben. Er hatte ſie damals getäuſcht, und mit dieſer Treuloſigkeit, mit dieſer erſten Täuſchung für ein kindlich⸗ reines Herz war ja der Grund zu deſſen Untergang gelegt.
Zacharias hatte alſo nichts Anderes zu thun, als ſeinen Privat⸗Reiſe⸗Conto, der bereits ſchon ſchöne Poſten aufzu⸗ weiſen hatte, mit noch dreihundert Gulden mehr zu belaſten. Nur Eines vermochte er nicht über das Herz zu bringen: ſchon wieder Geld von ſeinem Vater zu verlangen; er ach⸗ tete dayer die acht Prozent nicht, die ihm ein ehrlicher chriſtlicher Jude für das Darlehen abnahm, und ſandte in Gottesnamen auch dieſes Schmerzensgeld ab.
Zwei Briefe begleiteten es: ein freundlich tröſtender an Sophien und ein anderer an deren Schweſter, in welchem er ſich auf den hohen Gaul ſetzte und ihr ſchrieb, daß nicht die albernen Drohungen und ihre Grobheit ihn zu der
Geldſendung bewogen, ſondern lediglich Mitleid und An⸗
hänglichkeit an Sophie.
Als die Sache geordnet, athmete Stin ordentlich frei; denn es kam ihm vor, als habe er ſicch nun völlig aus dem unglücklichen Banne losgekauft, der i auf der ganzen Reiſe verfolgt.
Auch mit ſeinem Hauſe war er bald in der Reihe, und flog nun der nahen Heimath zu. Seine Mutter war gleich nach ſeiner Geneſung dahin zurückgekehrt.
Endlich war der letzte Berg erreicht, und von der Sach⸗ ſenbäuſer Warte herab ſah er die alte Vaterſtadt weit ausge⸗ breitet mit ihren weißen, prächtigen Paläſten vor ſich liegen.


