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richt berühre.—„Mamſell Clariſſe. Ei! ei! was doch überſpannte Liebe nicht thut. Aber das war freilich ſo recht romantiſch, und wohl berechnet, uns zu gewinnen.“
Den Doktor verletzten dieſe Worte tief, die Galle ſtieg ihm und er hatte ſchon ein giftiges, ſcharfes Wort auf der Zunge, als er ſich im Intereſſe ſeines ihm lieb gewordenen Protegé's Gewalt anthat und den Aerger hinabſchluckte.
„Geehrteſte,“— ſagte er darauf ernſt—„es ſteht mir zwar kein Recht zu, in Ihre Familienangelegenheiten zu ſprechen, noch Ihre Denkungsweiſe zu tadeln; allein wir Aerzte müſſen nun einmal, wollen wir einen krankhaften Körperzuſtand von Grund aus heilen, auch die Seele im Auge haben. Erlauben Sie mir daher, mich in dieſer Be⸗ ziehung über Ihren Sohn auszuſprechen, da er mir über⸗ dem in dem Paroxismus des Fiebers dieſen verrathen. Ihr Sohn liebt jenes Mädchen eben ſo innig, wie ſie ihn, und zwar kettet ihn jene reine, geiſtigende und beſeligende Liebe an ſie, die allein die Gründerin wahren ehelichen Glücks ſein kann. Ihr Sohn hat es verſucht, dem elter⸗ lichen Gebote zu gehorchen, er hat hie und da genaſcht von den Freuden des Lebens—— aber! er hat ſich mit Eckel von allem abgewandt, da ſein Tiefinnerſtes erkannt hat: er werde nun und nimmer wahrhaft glücklich werden, wenn er nicht Clariſſe beſitze. Was Letztere nun betrifft, ſo ſcheinen Sie dieſelbe noch gar nicht einmal zu kennen; denn ſonſt würden Sie ſie eben ſo wenig für überſpannt halten, als von ihr glauben: ſie habe mit ihrem letzten Schritt einen Theatercoup beabſichtigt.“
„Was thut man nicht aus Liebe zu einem Mann!“ ſagte ſpöttelnd die Dame.


