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Freuden und Leiden eines Commis Voyageur / [Heribert Rau]
Entstehung
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zarteſte Sorgfalt, ſelbſt mit den größten Aufopferungen, gewiß eben ſo viel zu ſeiner Rettung beitrug, als ich.“

„Und wer iſt dieſe Perſon?“— frug die Mutter er⸗ griffen—„etwa der Krankenpfleger? oder der Gaſthalter? oder ſeine Frau? ich will ſie ja fürſtlich belohnen!“

„Keines von dieſen“— entgegnete der Mediciner.„Ge⸗ dungene Krankenpfleger ſind Maſchinen. Sie verrichten ihren Dienſt Tag ein, Tag aus bei Dieſem und bei Jenem mit gleichem Stumpfſinn. Wirth und Wirthin aber müſſen ihren Geſchäften nachgehen, und waren ohnehin ärgerlich genug, einen Nervenfieberkranken im Hauſe zu haben.“

„Oder war es einer ſeiner Freunde? ein anderer Rei⸗ ſender?“

„Es waren deren unter der Zeit manche hier; ſie frugen auch nach dem Kranken; als ſie aber von dem Nervenfieber hörten, wagte Keiner ſich ihm zu nahen.“

„Nun?“ frug Hartmann's Mutter geſpannt—„wer war denn ſein Engel? und ſo kühn, ſein Leben an die Erhaltung des ſeinen zu ſetzen?“

„Ja, wahrhaftig ein Engel!“— entgegnete mit ſicht⸗ barer Rührung der Arzt.—„Ein Engel, der auf die erſte Nachricht ſeines gefährlichen Unwohlſeins weit herkam, der ihn pflegte und wartete, wie ein liebendes Weib, und ſo beſcheiden war, unerkannt hinwegzueilen, ſobald die Ge⸗ neſung des Kranken als beſtimmt feſtſtand.“

„So löſen Sie mir doch das Räthſel, wer war es denn?“

„Fräulein Clariſſe Eros.“

„So!“— ſagte Madame Hartmann gedehnt, und mit einem Tone, der verrieth, wie unangenehm ſie dieſe Nach⸗

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